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[Film-Rezension] The Revenant - Der Rückkehrer



Regie: Alejandro González Iñárritu
Länge: 2h 36min
Erscheinungsjahr: 2015 (deutscher Kinostart: 06.01.2016)
FSK: ab 16 Jahren freigegeben
Nationalität: USA
Genre: Western, Abenteuer

Besetzung (Auszug):
Leonardo DiCaprio, Rolle: Hugh Glass
Tom Hardy, Rolle: John Fitzgerald
Domhnall Gleeson, Rolle: Andrew Henry
Will Poulter, Rolle: Bridger
Quelle: Filmstarts



In den 1820ern zieht der legendäre Trapper Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) durch die Weiten der USA, wo er mit einer von Captain Andrew Henry (Domhnall Gleeson) angeführten Expedition dabei ist, den Missouri River zu erforschen. Am Fluss hat er einen unachtsamen Moment – den ein Grizzly ausnutzt, ihn übel zuzurichten. Glass schwebt in Lebensgefahr. Seine Begleiter, unter ihnen der raubeinige John Fitzgerald (Tom Hardy) und der junge Jim Bridger (Will Poulter), glauben nicht, dass er den Vorfall überleben wird und als sie dann Ureinwohner in der Nähe ihres Lagers erspähen, fackeln sie nicht lange. Sie nehmen dem Schwerverwundeten Gewehr, Messer und seine weitere Ausrüstung ab und überlassen ihn sich selbst. Aber überraschend überlebt Glass doch – und schwört allen Begleitern Rache, die ihn zurückgelassen haben. Auf der Suche nach ihnen schleppt sich der verletzte Abenteurer durch die eisige Bergwelt…
Quelle: Filmstarts




Ich habe keine Ahnung wo ich anfangen soll... ganz zu schweigen davon, die richtigen Worte zu finden. Neben enorm hohen Erwartungen an diesen Film und einer Angst, dass er trotz einer guten Buchvorlage doch noch versaut wird, saß ich mit einem mulmig-freudigen Gefühl im Kino. Klar, der Trailer war gut ... die positiven Kritiken sprechen für den Film ... nicht zu vergessen die Golden Globes und die Oscar-Nominierungen. Aber ist er wirklich gut?


JA! Spätestens beim Kampf mit dem Grizzly sollte das jedem klar sein. Meine Lieblingstelle aus dem Buch wurde hier einfach mal gnadenlos perfekt umgesetzt - kleine Änderungen inbegriffen. Aber wen stört das, wenn man schon fast den Blick abwenden möchte, weil einen die Szene so schockiert. Und ich übertreibe hier keineswegs, man ist mitten drin statt nur dabei, wenn die Kameralinse plötzlich vom Atem des Grizzlys beschlägt ... wem würde es da nicht eiskalt den Rücken runter laufen. Ich hab immer noch Gänsehaut wenn ich nur dran denke.
Den Änderungen, die Film und Buch unterscheiden, kann ich nichts negatives abgewinnen. Es gibt hier höchstens ein paar offene Fragen, aber da seh ich locker drüber hinweg, denn die komplette Hintergrundgeschichte von Hugh Glass, wird so gut wie nebensächlich, da wir uns einfach mehr mit dem Hier und Jetzt beschäftigen. Einem Mann, der einfach allen Widrigkeiten trotzt.

Leonardo DiCaprio als Hugh Glass - die perfekte Wahl! Ich möchte an dieser Stelle auch festhalten, dass diese Rolle für mich seine bisher größte Leistung ist und ich in jedem Moment von diesem Charakter überzeugt war. Die Rache die ihn antreibt, den erlitten Verlust, Schmerz, Wut, Überlebenswille - alles war da, von der ersten bis zur letzten Sekunde. Wenn er dafür nicht den Oscar bekommt, weiß ich nicht mehr weiter ... mehr ist nahezu unmöglich!
Neben Leonardo DiCaprio gehen die anderen Darsteller aber keineswegs unter. Jeder davon macht einen wirklich verdammt guten Job, auch wenn sie nicht an die Leistung von DiCaprio heranreichen. Tom Hardy hat mir in der Rolle des Fitzgerald auch gefallen, er bringt das skrupellose und die Härte dieser Figur sehr gut rüber. Aber auch Will Poulter, über dessen Besetzung ich vorab ein bisschen lächeln musste, konnte mich sehr überzeugen und damit habe ich absolut nicht gerechnet.

Der Film ist wirklich enorm blutig und brutal - aber vor allem genial. Jeder noch so blutigen Szene, folgt meist eine ruhigere Aufnahme der Natur, in grandiosen Bildern. Dies macht einen sehr schönen Kontrast aus. Man kann einfach nur sagen, dass jedes Bild perfekt in Szene gesetzt wird und alles wirkt sehr realistisch. Vom Grizzly-Kampf, über ein Rudel Wölfe die ein Bison reißen, bis hin zu Leonardo DiCaprio der, um zu überleben, ein Tier ausweidet... Der Film verdient jeden Preis den er bisher bekommen hat und auch die, für die er momentan nominiert ist!


Wie ich auch schon beim Buch sagte, es ist ausgeschlossen, dass diese Geschichte die breite Masse anspricht. Aber wer sich für diese Zeit interessiert und auch ruhigeren Naturaufnahmen nicht abgeneigt ist, der sollte sich es zwei mal überlegen ob er auf die DVD oder Blu-ray wartet, denn den Film sollte man auf der großen Leinwand gesehen haben!



Das Buch:




Betrachtet die goldene Welt an dieser Stelle als Oscar, denn der Film hätte ihn mehr als verdient! Na ja... nicht nur der Film. ;)

Kommentare:

  1. Hi Katja,
    ich habe mir gestern den Film angeschaut und war auch geflasht! Ich bin ja so schon begeistert davon, wie gut DiCaprio schaupielern kann, aber mit diesem Film übertrifft er sich selbst. Die Naturaufnahmen finde ich am meisterhaftesten, obwohl ich zwischendurch gedacht habe, als Hugh Glass stöhnend über den Boden kriechte, ob er in der Sabberphase wie in ,,Wolf of Wall Street" ist ;)

    Liebe Grüße,
    Julia

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    1. Hallo Julia :)

      Das freut mich! Er war aber auch wirklich gut, schwer das in Worte zu fassen. Übertrifft sich selbst, passt da wirklich gut. :) Und ja die Naturaufnahmen, absolut genial eingefangen. Die Lobeshymnen könnte man in einem fortsetzen.
      Ha! *lacht* Daran hab ich gar nicht gedacht, aber mir war auch nicht so zum lachen zumute. :)

      Liebe Grüße

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  2. Huhu Katja,

    das Buch kenne ich noch nicht, allerdings habe ich den Film ebenfalls gesehen und hoffe sehr, das Leonardo nun endlich einen Oscar erhält, den er schon so lange verdient hätte. Er ist ein meisterhafter Schauspieler, der immer 100% bei der Darstellung seiner Figuren gibt und ich habe auch diesen Film mit ihm wieder sehr genossen.

    Lg
    Bettina

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  3. Hallo Katja,
    den Film habe ich vorgestern erst im Kino gesehen. Meine Freunde wollten den gerne gucken und ich hatte bis dahin noch nicht mal den Trailer gesehen, aber das was sie so erzählt hatten, war irgendwie ganz interessant. Ich bin also ohne Erwartungen rein gegangen, aber ich weiß nicht richtig, was ich davon halten soll. Auf der einen Seiten hat er mich total beeindruckt von der Idee, von der Kraft und Stärke, der schauspielerischen Leistung und ganz besonders von der Landschaft. Aber manchmal habe ich mich doch gefragt, ob das alles so realistisch ist. Und vielleicht fand ich ihn manchmal etwas lang. Trotzdem konnte er mich beeindrucken. Weißt du, wo der landschaftlich gespielt hat? Denn das war echt der Wahnsinn diese Landschaft und der Bär.

    Liebe Grüße,
    Katja :)

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