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[Blogtour] Stigmata "Interview mit Erol Gurian"


Hallo ihr Lieben,
im Rahmen der Stigmata-Blogtour folgt heute ein Interview mit dem Fotografen Erol Gurian.
Er war so freundlich mir einige Fragen zu beantworten, ich hoffe es gefällt Euch. :)
Über Erol Gurian:
Erol Gurian wurde als Sohn eines armenischen Vaters und einer ungarischen Mutter 1964 in München geboren. Er studierte Bild-journalismus und Psychologie in den USA und arbeitet seit 1991 als Fotograf und Fotojournalist. Schwerpunkte seiner preisgekrönten Arbeit sind Zeitschriften, Werbung und PR. Seine Bilder werden in deutschen und internationalen Magazinen veröffentlicht.

Erol Gurian ist gefragter Dozent, unter anderem an der renommierten Deutschen Journalisten Schule und der Akademie der Bayerischen Presse. Ausserdem berät er Medienunternehmen wie das ZDF und die Süddeutsche Zeitung. Er wird von der Kölner Fotoagentur laif repräsentiert.

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Warum haben Sie den Beruf des Fotografen gewählt?
Als Teenager habe ich einen Katalog der  besten amerikanischen – damals noch schwarz-weißen –  Pressefotos entdeckt,  mit  Fotos, die  sehr emotional  waren und mich sehr berührt haben. Danach war mir klar, dass ich genau solche Bilder auch fotografieren wollte, und ich entschloss mich, in Amerika Fotojournalismus zu studieren.




Außerdem sind sie Fotojournalist und Fotodozent. Was genau kann man sich darunter vorstellen?
Als Fotojournalist arbeite ich u.a. für Zeitungen und Magazine, mache Reisereportagen, Wissenschafts- und soziale Reportagen, und mein so erlangtes Wissen gebe ich als Dozent an Journalistenschüler, Studenten, aber auch an Unternehmen weiter.


Haben Sie das Buch "Stigmata" gelesen? 
Nein, ich lese nie die Bücher meiner Frau.  >lacht<  Ja, das hört sich merkwürdig an, ist es aber nicht wirklich, denn wir sprechen in der Entstehungsphase ihrer Romane sehr, sehr viel über ihre Ideen, das Thema und die Figuren. Dieser Austausch ist uns beiden viel wichtiger als wenn ich erst das fertige Buch lesen würde.


Hat Sie die Arbeit zum dem Thema "Gewalt in christlichen Kinderheimen" zum Nachdenken angeregt?
Meine Affinität zu sozialen Themen hat mich letztlich zum Bildjournalismus gebracht, und ich befasse mich häufig mit Brennpunktthemen, so dass ich nicht erst durch dieses Buch zum Nachdenken angeregt wurde. Man könnte eher sagen, dass es umgekehrt war: Das Buch ist quasi das Ergebnis solchen Nachdenkens.


Wer hat die Motive der einzelnen Fotos ausgesucht?
Die Grundideen zu den Bildern hat Beatrix im Zuge des Romans gehabt, die genaue Ausgestaltung haben wir dann in einem kleinen Team entwickelt. Beatrix wollte zum  Beispiel ein Foto von einem Rosenkranz, der auf einem Bett liegen sollte – auf so einer braunen Wolldecke, wie sie früher üblich waren. Eine solche Decke konnten wir aus dem Fundus der Bavaria-Film ausleihen. Leider hatte das Bild so keine Tiefe, keine Dramatik, wir haben also Verschiedenes ausprobiert, bis wir auf die Idee kamen, den Rosenkranz an das Bettgitter zu hängen - was wir ja dann auch sehr gut als Bewegtbild für den Trailer verwenden konnten. Jetzt wirkt das Bild, als müsste und könnte es nur so sein. Damit genau dieses Gefühl beim Betrachter entsteht, braucht man die Zeit, um sich auf so einen Entstehungsprozess einzulassen.




Sind Sie für die Aufnahmen in verlassene Kinderheime oder Orte gefahren?
Nein, wir sind nicht in verlassene Kinderheime gefahren, das hätte ich vielleicht für eine klassische Fotoreportage über Bauruinen getan. Für mich bestand vielmehr die große Herausforderung darin, die Atmosphäre des Buches zu erfassen, quasi seine Seele zu fotografieren.


Welches ist Ihr Lieblingsfoto aus dem Buch?
Eines meiner Lieblingsbilder ist Agnes beim Wäsche aufhängen.

(nicht das Original-Foto aus dem Buch)


Wie lange haben Sie an den Fotos fürs Buch gearbeitet?
Es klingt verrückt, aber von der ersten Idee bis zu einem ausgearbeiteten Konzept, dem Finden der richtigen Locations und dem Casting, dann die Umsetzung und auch die aufwändige Nachbearbeitung hat alles in allem mehr als ein Vierteljahr gedauert. Natürlich haben wir da nicht jeden Tag acht Stunden fotografiert, aber es gehört eben viel mehr dazu als nur auf den Auslöser zu drücken.


War es das erste Mal, dass Sie Fotos für einen Roman gemacht haben?
Ja und es war ein tolles Projekt!


Gibt es Fotos von Ihnen, die ausgezeichnet wurden?
Ja, ich habe den Karl-Buchrucker-Preis für dokumentarische Fotografie  verliehen bekommen, für eine Reportage über die Witwen von Srebrenica.

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Vielen Dank an Erol Gurian!
Ich kann nur sagen, die Fotos sind sehr gut geworden. Sie unterstützen die Atmosphäre und machen dieses Buch zu etwas ganz besonderem!

Nochmal die einzelnen Stationen der Blogtour:
11.7. Rawrpunx
14.7. Katja´s Bücherwelt 
15.7. Katja´s Bücherwelt
16.7. Bücherchaos
17.7. Bücherchaos
20.7. Die Jimmy
21.7. About Books 
22.7. Die Jimmy
23.7. About Books
24.7. Rawrpunx

Kommentare:

  1. Hallo Liebes :)
    Das war ein sehr interessanter Post! Fotografie ist so spannend und durch deine Fragen und die tollen Antworten, fühle ich mich richtig gut informiert :D
    Das Bild von Agnes finde ich auch super. Diese GIFs sind sogar noch intensiver!

    Ganz liebe Grüße ♥♥

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    1. Ja, ich kann Carly nur zustimmen... Es wirkt alles so nah. Ich glaube ich werfe meine gesamte Planung bezüglich meiner Buchreihenfolge über den Haufen :)

      <3 Nadine

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    2. Danke liebe Carly. :D Ich warte ja fieberhaft auf deine Rezension, lass mich nicht zu lange warten. :P

      Oh ja Nadine, vielleicht solltest du deine Planung wirklich über den Haufen werfen und das Buch vorziehen. Ich weiß, du wirst es nicht bereuen! :D

      Ganz liebe Grüße ♥

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    3. Ich glaube auch nicht das ich irgendwas bereuen würde... Nur momentan komme ich nicht mal dazu auch nur eine einzige Seite zu lesen... Ich bin wie ein Roboter der momentan nur arbeitet und dann tot ins Bett fällt... Das ist sooo schade :(

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  2. Hi Süße,

    auch wenn ich das Buch nicht kenne, fand ich das jetzt sehr interessant und die Bilder toll. ❤

    Glg :-*
    Micha

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    1. Hey Süße,
      ich glaube trotzdem das du es nie lesen wirst. Aber schade! :D
      Ja die Bilder sind wirklich toll. :)

      GlG :-*

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  3. Hallo und guten Morgen,

    interessanter Einblick.

    LG..Karin..

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  4. Hi Katja,

    die Idee mit den Fotos kenne ich aus "Die Insel der besonderen Kinder". Sowas kann die Stimmung im Buch wirklich ziemlich verstärken. Klingt alles ziemlich gruselig!

    LG
    Anja

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    1. Hallo Anja,
      ja das wurde mir auch schon öfters gesagt, dass es in "Die Insel der besonderen Kinder" auch Fotos gibt. Ich habe das Buch aber noch nicht gelesen.
      Du solltest "Stigmata" lesen! :)

      Liebe Grüße

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  5. Hey Liebes =)
    Ein sehr tolles und interessantes Interview. Die Bilder sind aber auch klasse geworden. Habe sie mir beim Durchblättern des Buches angeschaut. Großes Lob an den Fotografen =)
    LG Sunny <3

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    1. Hallo Liebes,
      danke! ♥ Du solltest es nicht nur durchblättern! Lesen! :D

      Liebe Grüße

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    2. Ja wenn ich mal Zeit habe :-p Also irgendwann Ende des Jahres oder so ^^

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  6. Am besten finde ich die Aussage, dass er nie die Bücher seiner Frau liest... :-)

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